Eine Hochzeitreise der besonderen Art

Wir konnten in viele überraschte Gesichter schauen, als wir unsere Pläne für die Hochzeitsreise bekannt gaben. Nicht tauchen auf den Malediven oder Safari in Afrika, sondern Fliegenfischen in Österreich war unser Traumziel!?!

Da meine Frau und ich bereits seit über 20 Jahren begeisterte Angler sind und wir uns auch über das Angeln kennen gelernt haben, lag es auf der Hand, in unseren Flitterwochen der Fischwaid zu frönen. Aber etwas Besonderes sollte es schon sein! Fliegenfischen an einem Gebirgsbach hörte sich nach der optimalen Kombination eines romantischen Angelurlaubs an. Das einzige Problem, wir konnten nicht Fliegenfischen! Noch nie zuvor hatten wir eine Fliegenrute in der Hand gehabt oder gar eine Fliege gebunden.

Über das Internet fragten wir bei Familie Huber einen 2 wöchigen Aufenthalt inkl. Fliegenfischen an. Die Freude war groß, als kurze Zeit später eine positive Rückmeldung einging.

Aus anglerischer Sicht "unbewaffnet" ging es mit dem Auto aus dem Ruhrgebiet in Richtung Großglockner, einem neuen Angelabenteuer entgegen. Nach 8 ½ Stunden Fahrt erreichten wir Bruck und wurden sehr freundlich von unseren Gastwirten begrüßt. Ein schönes Zimmer, ein perfekter Ausblick und ein Abendessen der besonderen Art ließen den Urlaub gut beginnen. Am nächsten Tag, ausgeruht und nach einem herzhaften Frühstück, wurden wir von unserem Gastwirt (von den Anwohnern gerne liebevoll der "Zacherl" genannt), über Land, Leute und vor allem Fische aufgeklärt.


Gemütliches Abendessen

Was für ein Ausblick

Am Abend begann unser "Anfängerkurs" mit unserem Guide Harry. Gerätekunde und Fliegenbinden standen auf dem Programm.

Allein das Fliegenbinden hat schon seine eigene Faszination und ist nach unserer Erfahrung unter geübter Anleitung einfacher als wir erwartet hatten.

Fliegenbinden ist keine Hexerei

Nach einer nervösen unruhigen Nacht, in der im Traum bereits einige Forellen die selbstgebundenen Fliegen attackierten, ging es am nächsten Morgen endlich Richtung Wasser. Aber erst auf die "Blutwiese", Wurftraining!

Wer schon mal Fliegenfischer beobachtet hat, war mit Sicherheit von der Leichtigkeit der rhythmischen Bewegungen fasziniert. Wir mussten feststellen, dass hinter dieser Leichtigkeit eine Menge Übung steckt! Selbstverständlich ist es nicht unmöglich diese Bewegungen zu erlernen, aber es gehört schon eine gewisse Ausdauer dazu. Nach ca. einer guten Stunde war es schließlich soweit. Harry befand unsere "Wurfkünste" (für den Anfang) als ausreichend, und die erste Fliege wurde angeknüpft. Fische waren nicht zu sehen, aber darauf kam es in diesem Moment auch nicht an. Der erste Erfolg war es, dass die "Wäscheleine" überhaupt schon mal über das Wasser flog und das Vorfach mit der Fliege immer häufiger gestreckt auf dem Wasser lag.


Das Werfen erfordert Ausdauer und einen guten Lehrer

Wir buchten diese Reise in der Erwartung, das Fliegenfischen in seinen Grundkenntnissen zu erlernen. Wenn wir in den 10 Tagen dann auch noch einen oder zwei Fische an die Angel bekommen würden, wäre das mehr als optimal. Die Erwartungen in Sachen Fischfang wurden gut 90 Minuten nachdem ich zum ersten Mal eine Fliegenrute in der Hand hatte schon erfüllt.


Erster Drill an der Fliegenrute
Eine Forelle hatte meine am Abend vorher selbstgebundene Nymphe genommen und lieferte mir meinen ersten Drill mit der Fliegenrute. Ein Kindheitstraum war für mich in Erfüllung gegangen, ich hatte einen Fisch mit der Fliegenrute gefangen! Und es sollte nicht der letzte an diesem Tag bleiben …

Wir hätten uns unsere Hochzeitsreise nicht schöner vorstellen können. Unsere Erwartungen wurden um Längen übertroffen. Wir hatten das Glück, nette Menschen zu treffen und Österreich von seiner schönsten Seite zu erleben.


Die Perle der Hohen Tauern

Auch die Umgebung von Bruck hat seine Reize. Ausflüge in die Eisriesenwelt, zur Sigmund Tuhn Klamm oder nach Salzburg lohnen sich immer.

An dieser Stelle möchten wir Thomas und Anna Huber für Ihre Mühen und Ihre außergewöhnliche Gastfreundschaft danken. Die Beiden sind mit so viel Hingabe und Liebe zum Detail bei der Sache, dass es uns als Gästen an nichts gefehlt hat. Und natürlich ein großes Dankeschön an unseren Guide Harry. Wir hätten uns keinen besseren Lehrer wünschen können.

Guide Harry

Fassen wir das Erlebte in diesem Urlaub zusammen, so können wir ohne Übertreibung sagen:
- super Service
- einwandfreie Unterkunft
- erstklassige Küche
- spitzen Gewässer
- wunderschöne Fische
- top Leihgerät
- und viel viel Natur

Am Ende eines solchen Berichtes kommt oft die Phrase:
"Da werden wir bestimmt nochmal hinfahren"

Wir waren schon wieder da. Keine drei Monate später haben wir ein verlängertes Wochenende beim Zacherlwirt verlebt und waren wieder begeistert. Die Fuscher Ache ist einfach ein Urlaubsziel, bei dem alles stimmt: Land, Menschen und natürlich das schönste Hobby der Welt: Fischen.
Für 2008 ist bereits der nächste Fliegenfischerurlaub geplant. Wir freuen uns schon sehr darauf unsere Freunde in Bruck an der Großglocknerstraße wieder zu sehen.

Bis dahin Allen Petri Heil und tight line

Vanessa und Jörg